Ein Handzeichen, das Leben retten kann
Den stillen Hilferuf richtig deuten
Gewalt findet oft im Verborgenen statt. Wenn Betroffene von häuslicher Gewalt oder Bedrohung wegen der Überwachung durch Täter nicht laut um Hilfe rufen können, bleibt oft nur eine unauffällige Geste. Das international bekannte Handzeichen „Signal for Help“ ermöglicht genau das: Einen stillen, diskreten Hilferuf ohne Worte. Um im Ernstfall handlungsfähig zu sein und richtig zu reagieren, sollten alle Bürgerinnen und Bürger dieses Zeichen kennen.
So funktioniert das Handzeichen:
Das Zeichen wird in einer fließenden Bewegung ausgeführt, sodass es auch in kurzen Momenten der Unaufmerksamkeit des Täters – etwa beim Vorbeigehen oder in einer Video-Sprechstunde – gezeigt werden kann:
- Hand zeigen: Die Handfläche wird flach nach vorne gestreckt.
- Daumen einschlagen: Der Daumen wird in die Handfläche geklappt.
- Finger schließen: Die restlichen Finger umschließen den Daumen zu einer Faust.
Wie verhalte ich mich im Ernstfall richtig?
Wer das „Signal for Help“ bei einem Mitmenschen wahrnimmt, sollte besonnen, aber konsequent handeln:
- Keine direkte Konfrontation: Bringen Sie sich selbst und die betroffene Person nicht in Gefahr. Sprechen Sie den potenziellen Täter niemals direkt an.
- Diskrete Kontaktaufnahme: Versuchen Sie, die Person unter einem Vorwand allein anzusprechen oder ihr eine unauffällige Nachricht zu schreiben. Stellen Sie einfache Ja-/Nein-Fragen, die leicht beantwortet werden können.
- Polizei rufen: Befindet sich die Person in erkennbarer, akuter Gefahr oder bricht der Kontakt ab, wählen Sie sofort den polizeilichen Notruf unter 110.
Gemeinsam hinschauen
Das Signal kann nur funktionieren, wenn unsere Gesellschaft dafür sensibilisiert ist. Jeder von uns kann im Alltag – beim Einkaufen, beim Arzt oder in der Nachbarschaft – zum Retter in der Not werden, wenn wir aufmerksam bleiben. Weiterführende Informationen zum Thema finden Bürgerinnen und Bürger online bei der Polizeilichen Kriminalprävention.
Wichtige Notrufnummern
- Polizei-Notruf: 110
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016 (kostenlos, anonym, 24/7 erreichbar)
- Hilfetelefon „Gewalt an Männern“: 0800 1239900






